Geschichte

Ein kurzer historischer Abriss über die Chronik der Freiluga von 1925 bis 2018

2018
11.05.1925

Eröffnung der durch die Initiative des Stadtschulrates Fritz Schu entstandenen Freiluft- und Gartenarbeitsschule (Freiluga) auf dem Gelände des ehemaligen Zwischenwerks Va in Köln Müngersdorf.

Der helle Sonnenschein, der sie, die ihre Jugend unter so ungünstigen Lebensbedingungen verbringen müssen, voll umflutet, läßt die blassen Wangen röter, ihre Bewegungen lebhafter und ihr Gemüt fröhlicher werden.

(Fritz Schu in: Die Gartenschule – Ihr Wesen und Werden – hrsg. A.Teuscher/M.Müller, Leipzig 1926)

Die Leitung der Freiluga wird dem Lehrer August Burkard übertragen, der hierfür von seiner Lehrtätigkeit an der Schule freigestellt wird. In den Wintermonaten ist die Anlage geschlossen.

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1927/28

Erweiterung des Geländes für die Freilufterziehungsarbeit auf 6,7ha. Eine große Spielwiese, ein Turn- und Sportplatz mit Sandbecken sowie ein Planschbecken mit Brausen werden geschaffen. Zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland besuchen die Freiluga.

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1931

Auf dem 2. Internationalen Kongress der Freiluftschulen in Brüssel wird die Freiluga als eine der schönsten und größten Anlagen dieser Art in Deutschland bezeichnet.

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1936

Der 3. Internationale Freiluftkongress in Hannover wird mit einer Studienfahrt zur Freiluga eröffnet. Der Einrichtung und dem Schulbetrieb wird hohes Lob ausgesprochen. Die Stadt Köln erhält für ihre Bemühungen auf dem Gebiet der Freilufterziehung die „Goldene Medaille“ und der Leiter der Freiluga, August Burkard, die Ehrenurkunde des Kongresses.

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1940

Wegen fehlendem Luftschutzraum können nur noch 300 Schüler wöchentlich die Freiluga besuchen. Die Einbettung der Schulgartenarbeit in den ideologischen Rahmen des Nationalsozialismus findet in der Freiluga nicht statt. Statt des normierten Schulgartens „im Dienst des Kriegserzeugerschlacht“ hält A. Burkard am Prinzip des „biologischen Schulgartens“ fest.

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1943

Im Mai 1943 geht A. Burkhard, Mitbegründer und langjähriger Leiter der Freiluga, im Alter von fast 66 Jahren in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Lehrer Haller von der Volksschule in Köln-Müngersdorf.

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01.10.1944

Wegen der Kriegseinwirkungen müssen alle Kölner Schulen geschlossen werden.

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1946

Neubeginn der unterrichtlichen Betreuung von Schülern aus der zerstörten Innenstadt während des Sommerhalbjahres mit Frühstück und Mittagessen.

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1950

Leiter der Freiluga ist inzwischen Rektor Karl Schmitz. Der zuständige Schulrat, der sich engagiert der Freiluga annimmt, ist Stadtschulrat Wagner.

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1954

Herr Konrektor Hermann Linden übernimmt die Leitung der Freiluga.

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1958

Die Schüler werden mit Bussen zur Freiluga gebracht. Der Tagesablauf vollzieht sich nach einem vom städtischen Schulamt aufgestellten Stundenplan, nach dem Sport und Spiel mit den Fächern Botanik, Zoologie, Heimat-, Erd- und Wetterkunde abwechseln.

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1963

Nach der Pensionierung von Herrn Linden findet keine unterrichtliche Betreuung mehr statt. In der Regel gestalten die Klassen ihren Aufenthalt selbst. Gartenführungen und Besuche am Bienenhaus werden vom Gärtner (Herr Hemmers) übernommen.

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1968

Stadtschulrat Wilhelm Klein und der Leiter der Hauptschule Wendelinstraße, Rektor Hans-Georg Winkelmann, planen eine Wiederbelebung des Freiluftunterrichts mit dem Schwerpunkt eines „Biologieunterrichts vor Ort“.

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1969

Etwa 20 000 qm des Freiluga-Geländes mit Spielwiese und Planschbecken werden für den Bau der Rheinischen Landesschule für Körperbehinderte abgetreten.

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1971

Der Rat der Stadt Köln beschließt die Einrichtung eines Gewächshauses mit Schülerarbeitsraum, einer Einheit demontabler Fertigbauklassen (Schulpavillon) und einer Toilettenanlage im Fort Va.

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1972

Einweihung des „Schulbiologischen Zentrums“ in der Freiluga. Abordnung des Lehrers Jörg Jacobi von der Hauptschule Wendelinstraße zur Unterrichtsbetreuung der Besucherklassen.

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1977

Ausweitung des Themenangebotes mit dem Schwerpunkt „Umwelterziehung“.

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1985

Freistellung des Lehrers Heinrich Knüttgen (Hauptschule Wendelinstr.) zur unterrichtlichen Betreuung der zweiten Besucherklasse. Die Besuchszeiträume werden wegen der großen Nachfrage auf zwei Tage verkürzt.

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1989

Herr Maameri (Gärtner und Imker) beginnt seine Tätigkeit in der Freiluga.

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1990

Ausbau verschiedener Biotop- und Modellanlagen zum ökologischen Lernen und zur Umwelterziehung.

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1991

Im Rahmen der Dezernatsneuordnung wechselt die Zuständigkeit für die Freiluga vom Schulverwaltungsamt zum Amt für Kinderinteressen.

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Ab 1993

Nach dem Ausscheiden gärtnerischer Mitarbeiter verbleibt Herr Maameri als einziger Gärtner (Imker) und Ansprechpartner des Trägers vor Ort. Er übernimmt zahllose Gartenführungen und Besuche an den Bienenvölkern auch für Besucherklassen.

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Seit 1994

Unterstützung der Pflegearbeiten der Freiluga durch die Jugendhilfe Köln e.V.

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1995

Anlässlich des 70jährigen Bestehens erstellt das Amt für Kinderinteressen die Broschüre: „Vom Arbeitsschulgarten zur Umweltbildungsstätte. Freiluga 1925 – 1995.“ Köln 1995.

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2002/2003

Der Lehrer Jörg Jacobi verstirbt. Als Nachfolgerin wird Angelika Burauen von der LVR-Förderschule Belvederestraße abgeordnet.

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2011

Der Lehrer Heinrich Knüttgen verstirbt. Als Nachfolgerin wird Anne Bruchhaus von der Hauptschule Overbeckstraße (Neuehrenfeld) abgeordnet.

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2012

Angelika Burauen geht in den Ruhestand. Als Nachfolger wird Nikolas Wiese von der Eichendorff-Realschule (Neuehrenfeld) abgeordnet.

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2012/2013

Der Neubau des Schulbiologischen Zentrums (behindertengerecht und mit eigenen Toiletten) wird als festes Gebäude am Standort des ehemaligen Schulpavillons fertiggestellt und eingeweiht.

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2017

Anne Bruchhaus geht in den Ruhestand. Als Nachfolgerinnen werden Almut Stelzer (Gesamtschule Mühlheim) und Lotta Domscheit (Grundschule Müngersdorf) abgeordnet. Zum ersten Mal arbeitet ein dreiköpfiges Biologie -Fachlehrer/innen-Team im Schulbiologischen Zentrum der Freiluga.

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2018

Die neue Website des Schulbiologischen Zentrums geht online.

Quellen:

  • Stadt Köln, Amt für Kinderinteressen, Schulamt für die Stadt Köln (HG): „Vom Arbeitsschulgarten zur Umweltbildungsstätte. Freiluga 1925 – 1995.“ Köln 1995
  • Fritz Schu in: Die Gartenschule – Ihr Wesen und Werden – hrsg. A.Teuscher/M.Müller, Leipzig 1926

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